Johannes Mittendorfer

Informatikstudent

Die komische Geschichte mit der "privaten Vorratsdatenspeicherung"

Johannes Mittendorfer 3. Juli 2016 - 20:44

Seit kurzer Zeit gibt es Berichte darüber, dass Android-Telefone bei jedem Anruf Daten an Google-Server übertragen. Die Redakteure der Seite mobilsicher.de haben dies festgestellt und schüren jetzt Angst vor Überwachung.

mobilsicher.de hat einen Artikel veröffentlicht, über den auch heise online berichtet. Darin wird berichtet, dass Mobiltelefone mit dem Android Betriebssystem von Google bei Anrufen Daten an einen Google-Server übertragen.

Sogleich wird darüber spekuliert, ob Google eine Art "private Vorratsdatenspeicherung" durchführt, also speichert wer wen wann anruft. In der Datenschutzerklärung weißt Google zwar darauf hin, dass das Unternehmen diese Daten speichern kann, die Redakteure konnten jedoch nicht überprüfen, ob eine solche Übertragung auch tatsächlich stattfindet.

Dann mache ich das eben.

Dazu brauchen wir die Android-App Packet capture aus dem Play store. Diese baut ein virtuelles VPN-Ne...

TensorFlow im Browser ausprobieren

Johannes Mittendorfer 17. April 2016 - 13:43

Wem neuronale Netzwerke immer zu kompliziert und abstrakt waren, der kann jetzt auch im Browser damit spielen.

TensorFlow, die machine learning Bibliothek von Google kann man jetzt auch direkt im Browser probieren. Ohne Expertenwissen ist es möglich mit mehreren Beispielen zu experimentieren und dabei die Parameter des Netzwerkes zu ändern oder Features hinzuzufügen oder wegzulassen.

Die Seite steht zudem als Open Source auf github bereit.

Was die NSA im HTTP/2 connection preface macht

Johannes Mittendorfer 8. Dezember 2015 - 16:46

Beim Verbindungsaufbau in HTTP/2 gibt es einen Hinweis auf die National Security Agency und ihre Tätigkeiten

Der Verbindungaufbau mit HTTP/2 unterscheidet sich in großen Teilen von dem bisher mit HTTP/1.1 verwendeten Vorgang. Bei cleartext Verbindungen wird das HTTP upgrade Verfahren benutzt und bei verschlüsselten Verbindungen werden bestimmte Werte innerhalb des TLS Handshakes übertragen.

Was beide Arten der Verbindung gemeinsam haben: Bevor wirklich Anwendungsdaten fließen können, muss von jedem der Teilnehmer ein sogenannter Preface verschickt werden. Ein kleines Datenpaket, das Parameter für die Verbindung festlegt. Und genau in diesem Preface findet sich Kritik an den Überwachungsprogrammen der NSA.

In HTTP/2, each endpoint is required to send a connection preface as a final confirm...

Wieso mein Feedreader jetzt selbst denken kann

Johannes Mittendorfer 20. Juli 2015 - 21:26

Nach dem Ende der Prüfungsphase an der Uni habe ich jetzt endlich Zeit gefunden die angesammelten Artikel in meinem Feedreader nachzulesen. Das würde sogar Spaß machen, wären da nicht inzwischen zu viele davon und dabei nur etwa ein Viertel oder die Hälfte, die mich auch wirklich interessiert.

Will ich mir das wirklich antun? Aber was, wenn ich die interessanten Dinge dabei verpasse? Könnte nicht ein Computer die Themen auswählen, die ich lesen will? - Kann er.

Möglich ist das zum Beispiel mit einem Filter, der nach dem Satz von Bayes arbeitet und mit statistischen Methoden die Wahrscheinlichkeit berechnet. Das klingt aber nicht sehr aufregend. Deshalb habe ich mich für den derzeitigen Super-Star des Computerlernens entschieden: Einem künstlichen neuronalen Netzwerk.

Künstliche Neuronale Netzwerke

Neuronales Netzwerk
Aufbau eines künstlichen neuronalen Netzwerkes

Dabei werden Neuroen verwendet, also Nervenzellen, wie sie auch bei uns im Gehirn vorkomm...

Die Verschwörung der Woche: Curiosity hat Wasser gefunden

Johannes Mittendorfer 7. Mai 2015 - 15:43

In meiner Serie Die Verschwörung der Woche sammle ich in unregelmäßigen Abständen Links zu Inhalten, die offensichtlich haarsträubenden Irrsinn in Verbindung mit Verschwörungstheorien enthalten, aber gleichzeitig ungemein unterhaltsam sind.

Curiosity hat Wasser gefunden aber die Nasa verschweigt es!!11!!!

Und ist zudem zu blöd dazu, das entsprechende Bild verschwinden zu lassen. Oder so. Das behauptet zumindest der Autor dieses höchst seriösen Videos.

Video

Der Uploader schreibt, er habe viele Bilder von Bohrungen am Mars angeschaut, aber dieses Mal ist es wirklich Wasser, das aus dem Loch geflossen ist. Es geht um folgendes Bild:

Nasa-Bild
Volle Auflösung
Courtesy NASA/JPL-Caltech

Davon abgesehen, dass man schon auf diesem Bild sieht, dass es sich um Staub aus der Bohrung handelt, räumt dieses Bild alle Verschwörungstheorien sofort aus der Welt:

Zweites Nasa-Bild
Volle Auflösung
Courtesy NASA/JPL-Caltech

Natürlich wünsche ich mir, dass flüssiges Wasser ...

Die Verschwörung der Woche: Wieso die ISS nicht existiert

Johannes Mittendorfer 22. Februar 2015 - 11:27

In meiner Serie Die Verschwörung der Woche sammle ich in unregelmäßigen Abständen Links zu Inhalten, die offensichtlich haarsträubenden Irrsinn in Verbindung mit Verschwörungstheorien enthalten, aber gleichzeitig ungemein unterhaltsam sind.

In einem einstündigen (!) Video erklärt jemand, wieso die Internationale Raumstation nicht existiert und sowieso die gesammte Weltraumaktivität des Menschen Fake ist. Alle Aufnahmen sind angeblich von der NASA bei Hyperbelflügen produziert und durch Greenscreen-Technik mit einem Hintergrund versehen worden.

Video

ISS Hoax - The International Space Station Does Not Exist!

Ich halte das alles für sehr seriös und zudem einleuchtend, denn erst gestern habe ich die Raumstation mit eigenen Augen als heller Lichtpunkt am Himmel gesehen und APRS-Signale empfangen.

Wer nicht mehr als ein paar Minuten von diesem Irrsinn verkraftet, dem sei vergeben, aber immerhin ist es ein großer Spaß, wenn man sieht ...

Die Android Actionbar mit Material Design

Johannes Mittendorfer 8. Januar 2015 - 19:12

In der API-Version 21 von Android, genannt Lollipop, ist die Actionbar, wie man sie aus früherern Versionen kennt, als veraltet markiert. In die Bresche springt hier die neue Toolbar, die man wie jedes andere Layout-Element einbauen kann.

Um die alte Actionbar in einer ActionbarActivity auszublenden, bietet sich an, folgendes als Style zum Beispiel in der themes.xml anzugeben:

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<resources>
    <style name="BaseTheme" parent="Theme.AppCompat.Light">
        <item name="windowActionBar">false</item>
    </style>
</resources>

Die Toolbar muss natürlich anschließend in jeder Activity eingebaut werden:

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<LinearLayout
    xmlns:android="http://schemas.android.com/apk/res/android"
    xmlns:tools="http://schemas.android.com/tools"
    android:layout_width="match_parent&quo...

Wie Großbritannien mal schnell das Internet zensiert

Johannes Mittendorfer 5. Dezember 2014 - 18:45

Bereits bei der Einführung des Jugendschutzprogrammes in Vereinigten Königreich, das zum Ziel hat pornografische Inhalte im Internet zu sperren, gab es Kritik.

Das Argument war, dass damit auch leicht andere, unbedenkliche Internetinhalte gesperrt werden, was einer Zensur entspricht. Der Filter lässt sich jedoch auf Wunsch des Kunden entfernen.

Mitte November dann er erwartete Schritt: Auch Terrorpropaganda wird gefiltert. Wohl als Reaktion auf die Terrororganisation Islamischer Staat sollte damit verhindert werden, dass Jugendliche als Kämpfer ins Kampfgebiet kommen.

Und seit heute wird auch der Chaos Computer Club gesperrt. Ein Hackerverein, der sich für die Informationsfreiheit und gegen staatliche Überwachung einsetzt.

So schnell kann es gehen von Kinderschutz zu Zensur von Seiten, die der britischen Regierung wohl im Zusammenhang mit der NS...

Nur noch 6 Tage bis zur Landung auf einem Kometen!

Johannes Mittendorfer 6. November 2014 - 7:04

Am Mittwoch gegen 17:00 mitteleuropäischer Zeit ist es endlich soweit.

Wir wissen, ob der Lander Philae der Rosetta-Mission der ESA erfolgreich auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko gelandet ist.

Komet
Der Komet
ESA/Rosetta/NAVCAM, CC BY-SA IGO 3.0

Seit 2004 ist die Mission unterwegs, um unter anderem zu erforschen, ob das Wasser der Erde oder sogar das Leben oder dessen Bestandteile mit Kometen auf die Erde gekommen sind. 67P-C ist ein kurzperiodischer Komet, der vermutlich aus dem Kuipergürtel stammt und durch den Einfluss der äußeren Gasplaneten Neptun und Uranus in eine stärker exzentrische Bahn um die Sonne gelenkt wurde.

Spannend macht es die schwierige Landung, da die geringe Schwerkraft ein Abprallen gefährlich wahrscheinlich macht und auch die genaue Z...

Debuggen mit gdb

Johannes Mittendorfer 17. Oktober 2014 - 16:48

Der GNU Debugger, oder kurz gdb, der bereits in den meisten Linux-Distributionen enthalten ist, bietet eine einfache Möglichkeit in der Kommandozeile Programme zu debuggen. Gerade für Assembler-Anwendungen ist es damit einfach die Registerwerte auszulesen, den Speicher und den Stack zu begutachten.

Dazu sollten Debug-Informationen in die ausführbare Datei gespeichert werden. Für den Assembler as ist zum Beispiel die Option -g nötig. Dann kann man gdb mit gdb <executable> starten. Es öffnet sich die gdb shell.

johannes@ubuntu:~$ gdb executable
GNU gdb (Ubuntu 7.7-0ubuntu3.1) 7.7
Copyright (C) 2014 Free Software Foundation, Inc.
License GPLv3+: GNU GPL version 3 or later <http://gnu.or...